Dienstag, 1. Juni 2021

D U. B I S T. J E T Z T.

Die Sprüche „Keep on going strong“, „Kämpfe, ohne zu kämpfen“, „Sei Wind und Weide“, waren lange Zeit ,nur' Untertitel unter meinem Namen bei E-Mails. Von einigen Living Dojin übernommen und weiter propagiert, entwickelten sie sich zu eigenständigen Living Do-Slogans. Aktuell ist: „D U. B I S T. J E T Z T.“ Darüber geht der heutige Post.






Die Power der Präsenz

Die obige Grafik aus dem Living Do-Seminar Die Power der Präsenz zeigt in einem Zeit-Pfeil einen in blauen Linien stilisierten Living Dojin aus der Draufsicht. Er ist voll und ganz im Hier und Jetzt = Gegenwart. Die Living Do-Strahlen fokussieren sich in seinem Mittelpunkt, wovon sie ebenfalls wieder nach außen zurückstrahlen — der Living Dojin behält die Energie nicht für sich, sondern gibt sie wieder zurück, beziehungsweise an seine Umwelt weiter; idealerweise sogar verstärkt, was durch die konische Gestaltung der Sonnenstrahlen zum Ausdruck kommt. 

In grau sieht man ihn, wie er den Wirkungskreis des Jetzt verlassen hat: Er ist in seiner Gedankenwelt und damit auch in seiner Gefühlswelt von der Gegenwart abgewandt. Dieses bewusste wie unbewusste sich von der Gegenwart abwenden, ist die häufigste Ursache für spürbaren Energieverlust: wir haben wenig, schlimmstenfalls gar keine Kraft mehr für das Jetzt, weil wir unsere Aufmerksamkeit abgezogen haben.        


Vom Schein des Unscheinbaren

Während du diese Worte liest, tut sich scheinbar nichts in deinem scheinbar unscheinbaren Leben.   

Scheinbar heißt nicht anscheinend. „Anscheinend“ kommt von „Anschein“ und meint „vermutlich“. „Scheinbar“, um das es hier geht, kommt von „Schein“ und meint etwas, das nur dem Schein nach, jedoch nicht tatsächlich so ist. Dieser gewichtige Unterschied ist vielen nicht geläufig, weswegen die beiden Begriffe oft falsch verwendet und falsch verstanden werden.

Tatsächlich aber passieren genau jetzt, während diesem, deinem Lesen unendlich [] viele Dinge auf dieser Welt.

Je tiefer du in Kontakt mit deiner inneren Welt — deine Gefühlen und Gedanken — trittst, umso tiefer kannst du mit der Außenwelt in Kontakt treten. Wenn du kein Gefühl für dich selbst hast, kannst du keines für dein Gegenüber haben, sei es: Ein Lebewesen. Ein Gegenstand. Eine Situation.

Wenn du keinen Bezug zur Gegenwart hast, wie soll sie einen zu dir haben? Wenn du mit deinen Gedanken in der Vergangenheit bist oder in der Zukunft, dann erreicht dich die „Kraft des Jetzt" = „Die Power der Präsenz" nicht — in der Grafik oben dargestellt durch die Living Do-Sonne (24 Strahlen für die 24 Aspekte).  

Wesentlich dabei ist: Die Vergangenheit ist weg. Die Zukunft noch nicht da = ebenfalls weg. Das Jetzt ist damit das Einzige, was in deinem Leben existiert und was wirklich (von „wirken“) zählt. Das Jetzt meint den Augenblick. Die Situation. Das Unmittelbare.

Das Leben ist eine kontinuierliche, unablässige Aneinanderreihung von Unmittelbarem. So gesehen, gibt es nur das Jetzt und keine Zukunft  — diese ist/wäre noch nicht eingetroffenes Jetzt. 

Zukunft auf mentaler Ebene ist ein prognostiziertes Konstrukt der Erfahrung durch a) Beobachten des Geschehenen und seiner Wiederholung, wie zum Beispiel Tag und Nacht, Jahreszeiten, … und b) der Vergänglichkeit: Wir wissen, dass wir altern.

 Aber: Wir wissen nicht, ob wir ,alt‘ werden.

Hinsichtlich dieser Tatsache, meint die Aussage, dass ich - du - er - sie - es - wir - ihr - sie Jetzt seien, das Bewusstsein für den Moment, in dem wir nichts anderes sein können als das, was wir sind, und in dem wir nichts anderes haben als das, was gerade da ist. Nicht mehr. Nicht weniger. 

„Jetzt sein“ meint: In Liebe und Dankbarkeit das Augenmerk haben auf das Unmittelbare.

 


Der Autor in einem frühen Sein im Jetzt: 
Unbewusst in Liebe dankbar für das Rudern auf dem See



Bewusstsein, Bewusstsein, Bewusstsein

Viele kennen den Spruch: „Lebe jeden Tag so, als ob es der letzte wäre“. Meist wird er in die Richtung „alles 'rausholen“ fehlinterpretiert. Wegen dieser konditionierten Fehlinterpretation und dem Erkennen, dass diese nicht gelebt werden kann — niemand kann „alles 'rausholen“ —, wird er fallen gelassen. Diese Herangehensweise ist sehr bedauerlich. Denn richtig angegangen, kann dieser Spruch den bewussten und positiven Zugang zum Leben wesentlich fördern. 

Der Ansatz der Living Do-Philosophie: Mache dir am Morgen vor dem Aufstehen bewusst, dass du heute sterben könntest. Das wäre dann der, dein besagter letzter Tag. Wenn du am Abend wohlbehalten, in Liebe und dankbar, zu Bett gehst, lebst du offensichtlich noch. Lege dich mit dem Bewusstsein schlafen, dass, solltest du heute Nacht sterben, du diesen letzten Tag so gut gelebt hast, um in Frieden Abschied nehmen zu können.  

Wachst du am nächsten Morgen auf, hast du dieselbe Situation. So ist jeder Tag potenziell der letzte Tag deines Lebens. Mit diesem Bewusstsein kannst du in den neuen Tag gehen und dein Leben bewusst leben. Dieses Bewusstsein verlangt keine Extreme, du musst nicht „alles rausholen“. Im Gegenteil, dieses, das Living Do-Bewusstsein ermöglicht dir, dich an den kleinsten und scheinbar unscheinbaren Dingen zu erfreuen.

Noch fokussierter gilt das für den Moment, für das Jetzt — der Tag ist ja nichts anderes als eine unendliche Menge von „Jetzts", die durch ihre multidimensionale Existenz ein einziges großes Jetzt bilden; deswegen, wie oben beschrieben, ,keine Zukunft'.  

Lebe das Jetzt so, als ob es dein letztes Jetzt wäre. Das meint, wie gesagt, nicht, du sollst das Extrem leben, ,alles herausholen'. Es meint: Lebe bewusst. Inspirationen zu diesem „bewusst leben“ gibt es nicht nur in diesem Blog. Es gibt sie überall. Die ganze Welt ist eine einzige Inspiration, so wie die ganze Welt ein einziges Living Dojo ist.

Fazit: „D U. B I S T. J E T Z T.“ meint: Schärfe deine Sinne für das Unmittelbare. Übe dich in Liebe und Dankbarkeit allem gegenüber. Dieses Üben sollte auf von dir gewählten Inseln der Ruhe und inneren Einkehr geschehen, bis du es auch in Aktion leben kannst.       

Das gilt es mit dem Herzen zu verstehen. 


Marksteine — Nachbemerkung

Theorie und Praxis sind eins und bleiben doch zwei", pflegte mein Meister Horst Weiland zu sagen. Mir ist bewusst, dass die Inhalte dieses Posts wie die meines ganzen Blogs für den ein und anderen sehr weit weg sein mögen. Sie entstammen eben einem hoffnungslos-hoffnungsvollen Idealisten, dem das große Glück zuteil wurde, seit seiner Kindheit ein solcher sein zu dürfen, und der dementsprechend lebt und lehrt. Vor diesem Hintergrund können/dürfen/sollen/... meine Gedanken ,nur' Marksteine sein, an denen du dich selbst orientieren kannst.  


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