Montag, 1. März 2021

POESIE IM GI

Wir schreiben den 1. März im Jahr 02 n. Chr. n. Cor. Täglich neu einfallende und uns okkupierende Prognosen, Statements, Expertisen, Neuigkeiten, Meinungen, Schlagzeilen, etc. sind die mentalen Superspreader der flächendeckenden Verwirrung, deren vielreichende negative Wirkung nicht selten in Frustration mündet.

Ins gleiche Horn möchte ich mit diesem Blog im Allgemeinen nicht stoßen. Meine Posts sollen positive Impulse bieten. Sie sollen bestenfalls inspirieren und animieren. Immer aber und wenigstens zum Nachdenken anregen. 


Animieren

Es gilt im Strudel der Ereignisse sich persönliche Inseln zu suchen und dann und dort den Fokus zu richten auf Dinge, die uns erfreuen, bestenfalls erfüllen. Im Januar Post „Resistenz“ und mehr noch im Februar-Post „Heart of Gold“ habe ich unter „Das Werk des hellen Maschinenherzens“ Beispiele dazu aufgezählt. Diese Beispiele sind heilsame Handlungen. Sie alle helfen uns, weiterhin stark zu bleiben, bestenfalls durch sie ein Stückweit stärker zu werden  gerade in den Zeiten des Umbruchs —, um dadurch mehr Energie zu haben für die negativen Auswirkungen der Krise. 








Muhkuh statt Haiku

Den Spirit des Living Do in den Alltag zu bringen, spannt den roten Faden dieses Blogs. Es läge nahe, dass ich zum Titel des Märzposts "Poesie im Gi" etwas über die japanische Gedichtform des Haiku schriebe — das stünde einem Budomeister doch gut zu Gesicht  ... Nein, die(se) Eitelkeit habe ich diesmal außen vor gelassen. Losgelöst von der Theorie, gibt es hier und heute keine Abhandlung darüber. Stattdessen eine Einladung zum Verse Schmieden, sprich: Reimen.


Reimen und Living Do

Man muss kein großer Lyriker sein, um Verse zu schmieden. Jeder kann reimen.    

Reimen ist eine Form des Wiegens im [Corona-]Wind, eine Möglichkeit, wie wir der Krise nichts entgegnen, sondern wie wir ihr begegnen. Es ist ein Bestandteil des Kämpfens, ohne zu kämpfen.*

So habe auch ich mich einmal hingesetzt, um mich von der Muse küssen zu lassen. 

Letztlich sind unter vielen Reimen und Wortspielen zwei Winzgedichte entstanden, mit denen ich den Märzpost schließen möchte.

  

Poesie im Gi — 2 x Rühriglyrik (für V., die „kleine Pilze“ im Park Ball spielen sieht)

I - Reimecke Fluchs 

In einem Eck da sitzt er Reineke der Fuchs so spät

und leckt sich seinen Wanst so keck

der sich flugs hat aufgebläht

als er beim Reimen hat gefressen Wort und Wörter

ganz versessen auf die Küchenpoesie

hart und härter reimt er nie

mals mehr so spät so flugs

Reineke der Fuchs.

 

II - Sei Wind und Weide

Sei Wind und Weide

sagt der Meister Axel heißt er

und bescheide dich in Worten

dass sie nähren allerorten

muntre Geister die sich mühen

geistvoll weise manchmal kühn

manchmal reimend ungestüm

der Weide gleich vom Wind umworben     

spielend federn ohne Sorgen

dem Tages Wirken unverborgen sich hinzugeben

um zu leben als wäre es der letzte Tag

und wenn sich traut ein neuer mag

erscheinen nach der Nächte Stunden

So hat der Wind die Weid gefunden

und beide bleiben unverzagt

ein Leben lang verbunden.

 

*Mehr über die beiden Living Do-Maximen „Sei Wind und Weide“ und „Kämpfe, ohne zu kämpfen“ gibt es im nächsten Post.


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