Samstag, 28. November 2020

 

WARUM FINDET BUDO BARFUß STATT?

Und was hat das mit Punkrock und Corona zu tun? 




Budo, Punkrock, Corona ..„Wie geht das zusammen?“, fragst du dich, antwortest: „Gar nicht“, und bist dann umso mehr verblüfft, wenn du Einblick gewinnst in historische Zusammenhänge, von denen du bislang keinen blassen Schimmer hattest.

Licht ins Dunkel bringt dieser Abriss aus den gut versteckten Archiven des Living Honbu Dojo in Augsburg, Rubrik: What the masters know [but the students don't necessarily need to know]; gesonderte Textmaterialien mit persiflierendem Inhalt.     


1977  The Sex Pistols

Beim Londoner Musiklabel Virgin Records erscheint ein Album der Punkband „Sex Pistols“. Es trägt den Titel: „Never mind the Bollocks, Here’s the Sex Pistols“.




Der Titel  des Albums Never mind the Bollocks wie auch der Name der Band Sex Pistols schlagen hohe Wellen. Sehr zur Freude ihres Managers Malcolm McLaren, der sich bei beiden Namensgebungen als deren genuiner Schöpfer ausgibt. Das vom Künstler Jamie Reid geschaffene Cover trägt ein Weiteres zur späteren Kultgeschichte des Werks bei.

McLarens Freude währt nur kurz. Ihm wird Plagiat in zweifacher Hinsicht vorgeworfen: Sowohl den Titel eines 1960 erschienenen Albums des zeitreisenden Schauspielers Rod Taylor habe er abgekupfert als auch dessen Bandnamen. Die Rechtfertigung McLarens es handele sich lediglich um ein epigonales Vorgehen, wird nicht akzeptiert.   

Reids Coverdesign hingegen bleibt unangetastet. Die Abweichungen von Taylors grafischer Komposition sind offenkundig.

McLarens Freude kehrt zurück und vergrößert sich sogar: Rod Taylor selbst ist es, der ihn rehabilitiert. Er sagt aus, bei einer Zeitreise im Advent 1977 hängengeblieben zu sein, wo er das Album im Schaufenster eines Plattenladen sieht. Taylor: "Ich kaufte die Platte nur wegen Weena. Der lila Streifen auf der Plattenhülle hatte die gleiche Farbe wie ihr sexy Kleid. Ich witterte meine Chance, damit bei ihr landen zu können."    





1960  The Time Pistols  

Taylor, der bereits 1896 bei den Pathé Frères in Paris wegen Tonträgeraufnahmen vorspricht, reist ins Jahr 1958, wo er sich mit dem Skriptwriter David Duncan trifft. Gemeinsam verfassen sie ein Drehbuch über Taylors Abenteuer.   

Das Drehbuch wird von den MGM-Studios gekauft, die  unverzüglich mit den Dreh-arbeiten beginnen. Taylor wird als Hauptdarsteller verpflichtet.  

1960 kommt der Film „Die Zeitmaschine“ in die Kinos. Den Soundtrack zum Film liefert Taylor. Dazu bringt er Musik aus dem Jahr 802.701 mit, wo er sich mit ein paar befreundeten Eloi zusammentut, um Protestsongs gegen das dortige Establishment der Morlocks zu propagieren. Er gründet die Band „The Time Pistols“ mit Weena als Frontfrau.  

Das Album trägt den Titel: „Never mind the Morlocks, Here’s the Time Pistols“.

 






2020  The Living Dojin

Auf die Frage seines Schülers, warum er Budo immer barfüßig betreibe und nie die selbstgestrickten Strümpfe seiner Schwester trage, wo er doch unter kalten Füßen leide, antwortet der Meister: „Never find the Wollsocks, Here’s the Living Dojin“.

 


Des Meisters Antwort - wie überhaupt dieser Post - legen zwei Schlussfolgerungen nahe: 

Punkrock und Budo haben nicht unbedingt etwas miteinander zu tun; auch wenn man die Sex Pistols nicht kennt.

Budo gepaart mit Humor kann durchaus etwas gewinnen: Das Hervorbringen bis womöglich Kultivieren eines optimistischen Geists — gerade in Umbruchszeiten wie sie uns durch Corona aufgebürdet werden.    

 

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