Samstag, 29. März 2014


Streets of London
Ich stehe an der Tramhaltestelle Oberhauser Bahnhof, esse eine Butterbrezel und warte auf die „2“ ins Stadtzentrum. Ich beobachte, kaue, und mutmaße über fremdes Leben. Leben von Menschen, die, mir unbekannt, mit meinem Leben wenig zu tun zu haben scheinen, außer dass sie in mir Gedanken über mein eigenes wachrufen. Ganze Assoziationsketten gliedern sich in meinem Kopf allein dadurch, dass ich nur wahrnehme. Eine Traube Passanten entsteigt der Tram, die vom Stadtzentrum her eingefahren ist. Ich sehe wahllos in den Pulk. Die Leute strömen auseinander, die Mienen gefroren, trotz Frühling. Der Alltagskampf steht ihnen im Gesicht geschrieben. Ich merke, dass ich für die Dauer mehrerer Lidschläge mit dem Kauen meiner Butterbrezel aufhöre. Vorhin habe ich über mein Befinden gegrübelt, jetzt mutmaße ich über das der anderen. „Antpeople“ — Ameisenmenschen, hat sie mir mal ein amerikanischer Obdachloser beschrieben, als ich während meiner Walz in den 80ern durch New York City getippelt bin. Er und Seinesgleichen, hatte er mir gesagt, gehörten nicht zu dieser Spezies; sie seien die „Moonpeople“ — Mondmenschen, fernab unserer geschäftigen Welt. Nur unweit hinter meinem Rücken sitzt ebenfalls ein gutes Dutzend Moonpeople. Sie hocken auf mitgebrachten Plastikstühlen, weil die Stadt ihnen die fest installierten Parkbänke abmontiert hat. Ein missglückter Versuch, sie zu vertreiben. Ralph Mc Tells Folksong „Streets of London“ schießt mir ins Gedächtnis, als ich bemerke, dass einer der Berber Schuhe ohne Sohlen trägt. Der Song ist von 1969. Könnte aber von heute sein.
Zurück im Dōjo google ich das Lied, von dem ich auf dem Heimweg nur noch den Refrain zusammenbekomme. Ich frage mich, was das mit Living Dō zu tun hat. Die Antwort bringt mich auf die vierte Blütenspitze der Lebensblüte, sie steht für Gesellschaft. Ich bin mitten drin. Manchmal als Antman, manchmal als Moonman.
Geht es dir ebenso?


Mittwoch, 26. März 2014

Was steckt hinter Living Dô?
Es gibt einen Entwurf für eine Defintion, der als Eintrag für Wikipedia gedacht war. Bei Wikipedia gibt es jedoch einen Relevanzcheck, der darüber entscheidet, ob ein Artikel über eine Sache veröffentlicht wird oder nicht. Zur Zeit erfüllt Living Dô die Anforderungen noch nicht; aber was nicht ist, kann noch werden ...
Einstweilen stelle ich den Artikel jetzt hier ein.

Living Dō (engl. living: „lebendig“, „lebend“ und jap. Dō: (道) „Weg“; übersetzt: „Lebendiger Weg“, oder „Der lebende Weg“) ist eine Synthese aus den japanischen Kampfkünsten Jiu-Jitsu und Karate-Dō, verbunden mit dem Wertesystem der humanistischen Psychologie.
Ziel dieses Systems ist es, Synergien zwischen fernöstlicher Philosophie und westlicher Lebenskunst herzustellen. Durch kontinuierliches Training und das Kultivieren von 18 Leitaspekten (Konzentration, Kommunikation, Kontinuität, Atmung, Achtsamkeit, Ausgeglichenheit, Reaktion, Rücksichtnahme, Reduktion, Ausdruck, Akzeptanz, Authentizität, Technik, Team, Tatkraft, Energie, Erfahrung, Entwicklung) soll eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Living Dō wird daher nicht als reine Kampfkunstdisziplin verstanden, sondern eher als ein kampfkunstorientiertes Mentaltraining, das darauf abzielt, achtsamer und bewusster den Alltag zu leben.
Das Living Dō-Symbol zeigt die sogenannte „Lebensblüte“, eine stilisierte Kirschblüte. Die acht Blütenspitzen stehen für diverse Lebensbereiche (Körper-Geist-Herz-Seele; Beruf/Berufung; Liebe-Partnerschaft-Familie; Gesellschaft; Wohlstand; Freizeit; Wohnen; Natur/Kultur). Die roten Kreissegmente mit dem Kanji Dō symbolisieren den Menschen und dessen Beziehung zu seiner Umwelt.

Eine ausführliche Erklärung findest du auf der eigenen Living Dô-Homepage:
 

Montag, 24. März 2014

Ich habe die folgende Frage erstmalig in meinem Buch "Arashi-Power" gestellt. Das ist eine Weile her. Den Text habe ich aktualisiert. Die Fragen sind zeitlos. Die Antwort ist es ohnehin.

Was ist das Wichtigste auf der Welt?
Unser Fernseher? Unser PC, Laptop, Tablet? Unser smartes Phone? Die achthundert „Freunde“ auf Facebook?
Ist es unser Job? Die Wohnung? Die Partnerschaft?
Alles davon ist mehr oder weniger wichtig. Ist es aber das Wichtigste auf der Welt?
Dein Job kann dich lähmen, wenn er zur Routine mutiert, oder dich krank machen, wenn er dir über den Kopf wächst. Deine Wohnung ist nur eine scheinbare Heimat, in der du dich herrlich unwohl fühlen kannst, wenn die Einsamkeit dich überfällt. Partnerschaft ist ein wackeliges Vehikel, wenn du dich von deinen Launen und denen des Partners abhängig machst.  

Was bleibt mir ...?
...wenn mein Fernseher den Geist aufgegeben hat? Ich mein Handy verloren habe? Mir die Wohnung gekündigt wird? Wenn ich meinen Job verliere? Mein Partner mich verlassen hat, oder meine Familie nicht mehr da ist?
Was mir bleibt, ist immer nur eins: Mein eigenes Leben.
Mein eigenes Leben - wie gut oder schlecht es auch sein mag - ist das einzige, was mir bleibt, wenn ich sonst alles verloren habe. Es ist durch nichts zu ersetzen. Darum ist es das Wichtigste auf der Welt.

Was tun wir mit unserem Leben?
In diesem Blog soll es darum gehen - um unser Leben, und was es ausmacht, das "gute" oder "schlechte" Leben. Ich möchte mit dir nicht nur darüber diskutieren, sondern gemeinsam Möglichkeiten erschaffen, ein gutes, vor allem ein bewusstes Leben zu führen. Das geht natürlich hier erst einmal über die Sprache. Living Dô hat aber den Ansatz Erkenntnisse über das Leben nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern mit und durch kontinuierliches Üben dauerhaft etwas zu bewirken.